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Online und Offline müssen verknüpft sein


Pedram Shahyar berichtete über die Rolle der neuen sozialen Medien während des Umsturzes in Ägypten

Pedram Shahyar, Soziale Medien und Revolten Am Donnerstag, 19.05. war Pedram Shahyar, promovierender Politologe aus Berlin, zu Gast in Göttingen und berichtete von der Revolution in Ägypten, die er selbst auf dem Tahrir-Platz mit erlebt hat. Er stellte zunächst die Ursachen für den Aufstand dar und nannte wichtige auslösende Faktoren: die Unzufriedenheit einer gebildeten Schicht, deren Lebensbedingungen prekär sind, die starke Polizeirepression und die verbreitete Korruption. Hinzu kommt, dass das System keine Reformoptionen biete. Das Bild des zu Tode geprügelten Khaled, der einen Film über die korrupte Polizei ins Netz gestellt hatte, verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer und löste Proteste aus. Drei Netzwerke nahmen den 25. Januar, den Tag der Polizei, zum Anlass, eine Gedenkveranstaltung zu organisieren. Diese Gruppierungen mit je ca. 200 bis 300 Mitgliedern wirkten in der "Offline-Welt", nämlich auf den Kairoer Straßen und dem Tahrir-Platz.

Weiterhin stellte Pedram die Bedeutung der sozialen Medien für die politische Kommunikation und Mobilisierung heraus: Er unterschied zunächst die verschiedenen Medienarten und unterstrich, dass sie gerade in Ländern mit gedeckelter Medienlandschaft eine freie Alternative böten, eigene Filtermöglichkeiten und eine Netzwerkbildung erlaubten. Mit ihnen würde eine weite und schnelle Streuung interessanter Neuigkeiten erreicht.

Pedram Shahyar, Soziale Medien und Revolten Für den weiteren Protest in Ägypten sei die Kopplung aus Online- und Offline-Welt von Bedeutung gewesen. Die Mobilisierung über das Internet habe weite Kreise erreicht, trotzdem war von enormer Wichtigkeit, dass der Protest in der Offline-Welt auf der Straße initiiert wurde. Die Aktivist_innen hätten es geschafft, auch die Menschen aus den Armenvierteln zu politisieren und auf die Straße zu bringen.

Im Anschluss an den Vortrag gab es noch reichlich Nachfragen und Wortbeiträge der etwa 30 Interessierten, die diese Veranstaltung besuchten.

Präsentation vom Vortrag, zusammengetragen und erstellt von Pedram Shahyar. pdf-icon ()
Vielen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.



Pedram Shahyar: Jugendrevolte in Nordafrika mit neuen sozialen Medien!?


Abendveranstaltung am Donnerstag, 19.05. um 19.30 Uhr im Bildungswerk ver.di mit Pedram Shahyar

In den letzten Jahre waren Marokko, Algerien, Tunesien und auch Ägypten immer wieder Schauplätze politischer und sozialer Unruhen. In dieser Zeit wurde ein relevanter Teil der jungen Generation politisiert und radikalisiert, aus der sich in den vergangenen Monaten die kritische Masse des Aufstandes in Nordafrika herausbildete. Ein wichtiges Moment während der Rebellion vor allem in Ägypten stellten die aktivistischen Netzwerke und der Einsatz der neuen sozialen Medien wie Facebook und Twitter dar.

Welche Bedeutung sie für die Jugendrevolte in Nordafrika hatten und welchen Einfluss die dort geführten Debatten und Diskussionen auf eine reale Politik haben, darauf wird der Referent Pedram Shayar eingehen.


Pedram ist seit 20 Jahren in unterschiedlichen linken und sozialen Bewegungen aktiv, seit 2003 im bundesweiten Koordinierungskreis von Attac tätig und arbeitet an verschiedenen Projekten zur politischer Kommunikation im Web 2.0. Während der Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz in Kairo berichtete er in verschiedenen Zeitungsblogs über die dortige Lage.



In Kooperation mit dem Bildungswerk ver.di, dem Buchladen Rote Straße und Club Quer.

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