Fair handeln mit Geld: was kann eine sozial verantwortliche Geldanlage bei Oikocredit bewirken?
Abendveranstaltung am Montag, 16.05. um 19 Uhr im APEX mit Franziska Dickschen, Geschäftsführerin des Oikocredit Förderkreises Niedersachsen-Bremen
Fair handeln mit Geld - verantwortlich Geld anlegen
Weniger Armut und eine gerechte Weltwirtschaft sind die Ziele, die Oikocredit und der Faire Handel verbinden. Verantwortungsvoll konsumieren heißt, Kleidung, Teppich, Fußbälle oder Blumen aus dem Fairen Handel kaufen. Gleiches lässt sich für das Geldanlegen sagen. Der Oikocredit-Förderkreis Niedersachsen Bremen bietet Einzelpersonen und Institutionen die Möglichkeit, Rücklagen sozial verantwortlich in der Entwicklungsförderung anzulegen. "Ich möchte nicht, dass mit meinem Geld in die Rüstungsindustrie investiert oder an Nahrungsmittelspekulation verdient wird", ist für viele eine Motivation Mitglied im Oikocredit Förderkreis zu werden.
Armut verringern
Armut und Hunger ist durch die Finanzkrise weiter gestiegen, die Erreichung der Milleniumsentwicklungsziele ist in weite Ferne gerückt. Auch der Klimawandel verschärft in vielen Ländern des Südens die Situation. Wenn Regierungen Milliarden investieren, um Banken oder die Autoindustrie zu retten, geht dies zu Lasten der sog. Entwicklungsländer. Immer weniger Geld steht für eine Entwicklungsförderung bereit. Deshalb ist die Arbeit von Oikocredit umso wichtiger: Oikocredit vergibt dort Darlehen, wo keine große (finanzielle) Rendite zu erwarten ist, wo aber für die Menschen Einkommen und soziale Sicherungen geschaffen werden. "Auch der Zugang zu Krediten ist ein Menschenrecht", hatte eine ehemalige Vorstandvorsitzende von Oikocredit gesagt. Dafür steht Oikocredit seit über 35 Jahren. Und dafür engagiert sich auch der Oikocredit Förderkreis Niedersachsen-Bremen.
Oikocredit Projektpartner
In etwa 70 Ländern hat Oikocredit Projektpartner, die von MitarbeiterInnen der Regional- und Länderbüros betreut werden. Diese große Nähe zu den Partnern zeichnet Oikocredit aus, nur ist eine optimale Zusammenarbeit garantiert. Und nur so können auch Probleme schnell erkannt und gegengesteuert werden. Unter den Projektpartnern befinden sich sowohl Kooperativen, die zum Teil auch für den Fairen Handel produzieren, als auch zahlreiche Mikrofinanzinstitutionen (MFI), die ihrerseits die Kleinstkredite zum Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz vergeben. Obwohl die Mikrokredite in letzter Zeit in die Kritik geraten sind, sieht Oikocredit darin bei verantwortungsbewusstem Umgang durchaus ein Instrument, Armut zu reduzieren. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist Oikocredit führend daran beteiligt, Kriterien und Vorgaben zu entwickeln, um z.B. Überschuldung zu vermeiden. So müssen z.B. alle von Oikocredit finanzierten MFIs die entwickelten Kundenschutzrichtlinien (smartcampaign) unterzeichnen und werden darin geschult, die soziale Wirksamkeit zu überprüfen.
Frauenförderung / Stärkung der Frauen
Eines der Kriterien, die Oikocredit für die Darlehensvergabe hat, ist eine maßgebliche Beteiligung von Frauen auf allen Entscheidungsebenen. "Ich habe mich in den Vorstand wählen lassen, weil hier die Entscheidungen getroffen werden, und ich unsere Positionen vertreten kann", sagt Marlen Peralta, eine der beiden Frauen im 5köpfigen Vorstand der Kaffeekooperative Cadech in Guatemala bei einem Besuch von TeilnehmerInnen einer Studienreise zu Oikocreditpartnern. Weitere Kriterien sind die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit.
