Lernfest Göttingen 2008
Lasst Blumen sprechen
Das EPIZ beteiligte sich wie im vergangenen Jahr am Lernfest in Göttingen am 12. September 2008 mit einer Aktion zum Fairen Handel mit Blumen. Dazu wurde das Blumenfahrrad "Rosinante" von ART at WORK gebucht, das während der Dauer der Veranstaltung durch die Fußgängerzone radelte und über die Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen auf den Blumenplantagen informierte. Angezogen durch die bunten Riesenblumen des Blumenmobils konnten viele PassantInnen auf die Thematik angesprochen werden.
Das Blumenfahrrad verteilte außerdem Blumen, die mit dem Siegel des Flower Label Programms (FLP) ausgezeichnet waren, sowie Informationsmaterial an alle Interessierten.
An einem Informationsstand gab es weitere Informationen zum Fairen Handel und den Aktivitäten des EPIZ. Am Stand des EPIZ wurden Kaffee und andere fairgehandelte Produkte in Kooperation mit dem Weltladen und einer 8. Klasse der Georg Christoph Lichtenberg-Gesamtschule verkauft.
Im Vorfeld wurden alle Göttinger Blumenläden befragt, ob sie FLP-Blumen im Sortiment haben. Die Adressen dieser Geschäfte wurden in einem Extrafaltblatt aufgeführt und an die PassantInnen verteilt. Neun Göttinger Blumengeschäfte geben an, Blumen mit dem FLP-Siegel zu führen. Dies bedeutet sechs Geschäfte mehr, als eine Recherche im Jahr 2004 ergab.
Flyer fairer Handel mit Blumen
Blumenmarkt und Fairer Handel
Deutschland ist der viertgrößte Schnittblumenmarkt der Welt. 82 Prozent der Blumen werden importiert. Im Winter stammt nahezu jede zweite Schnittblume aus Afrika oder Lateinamerika.
Die Arbeitsbedingungen in diesen Regionen sind zumeist schlecht, und die Löhne liegen unter dem Existenzminimum. Der Einsatz von hochgiftigen Pestiziden gefährdet dabei die Gesundheit der ArbeiterInnen und schadet der Umwelt. Die Beschäftigtenin der Blumenproduktion sind zumeist Frauen, die am Tag weniger verdienen als wir für eine einzelne Rose ausgeben. Sie sind in der Regel nicht festangestellt und besitzen keine sozialen Sicherheiten. Eine Schwangerschaft führt in den meisten Fällen zur Entlassung.
Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, gibt es Initiativen wie das Flower Label Programm (FLP) und TransFair, die existenzsichernde Löhne und gesundheits- und umweltfreundliche Arbeitsbedingungen als Standard garantieren. Dazu gehört auch das Recht auf Gleichbehandlung, Gewerkschaftsfreiheit, sowie ein Verbot von Kinderarbeit.
Die Einhaltung dieser Standards wird durch eine unabhängige Kontrolle der Betriebe überprüft. Wenn dies der Fall ist, erhalten die Betriebe eine Zertifizierung und das Siegel der Initiative. Somit können auch VerbraucherInnen erkennen, ob die Blumen unter gerechten und umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt werden.
fairer Handel mit Blumen - Flyer als pdfGefördert wurde das Projekt von Aktion Mensch
